„Mit großer Sorge nimmt das Bautzen-Komitee den Haushaltsentwurf des Freistaates für die Jahre 2025 und 2026 zur Kenntnis. In den darin vorgesehenen Kürzungen in der Gedenkstättenarbeit sehen wir eine weitere Gefährdung der Arbeit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten sowie der von ihr institutionell geförderten Gedenkstätten und Vereine.

Seit Jahren arbeiten diese mit viel zu wenigen Mitarbeiter:innen am unteren Limit und bemühen sich, die ihr gesetzlich über-tragenen Aufgaben zu bewältigen. War das bisher schon kaum zu bewerkstelligen, wird es mit den jetzt geplanten Kürzungen dann vermutlich nicht mehr möglich sein.

Dabei ist gerade heute, wo Gruppen und Parteien immer mehr in den extremistischen Bereich abdriften, eine fachliche Bildungsarbeit enorm wichtig. Wer – wenn nicht wir, die politischen Häftlinge der beiden großen Diktaturen des letzten Jahrhunderts, wüssten das besser?

Dass zum Beispiel keine der von der Stiftung betriebenen Gedenkstätten bislang über die notwendigen Personalmittel für eine voll ausgestattete Bildungstelle verfügt, sollte doch allgemein zu denken geben. Die Entwicklung der Gedenkstätten zu zeitgemäßen, offenen und inklusiven Lernorten muss unbedingt und schnellstens verwirklicht werden!

Wir unterstützen als Bautzen-Komitee daher den Appell der Stiftung Sächsische Gedenkstätten an die Staatsregierung und an die Abgeordneten des Sächsischen Landtages, den Haushaltsentwurf dahingehend abzuändern, dass die Gedenkstätten ihren gesetzlichen Auftrag zuverlässig erfüllen können.“

Alexander Latotzky, Vorsitzender Bautzen-Komitee e. V.